Christian Mikula
ist Kommunikator in der Rail Cargo Group
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International

Brüssel hautnah – Besuch im EU-Parlament

Unsere Kollegin Naida Sivsic verbringt das erste Quartal 2018 in Brüssel und erlebt dabei hautnah, warum es für die Rail Cargo Group so wichtig ist, am Hauptsitz der Europäischen Union mit unseren Themen vertreten zu sein.

Naida Sivsic befindet sich im Zentrum der Belgischen Hauptstadt und blickt auf das eindrucksvolle Glasgebäude, vor dem sie gerade steht. Neben dem Europäischen Rat und der Kommission beheimatet Brüssel auch das Europäische Parlament, das Naida in Kürze betreten wird. Auch am heutigen Tag werden hier mehrere Ausschüsse ihre Sitzungen und Plenartagungen abhalten. Für unsere Kollegin, die für drei Monate nach Brüssel entsandt wurde und dort als Mitarbeiterin bei CER (Gemeinschaft der Europäischen Bahnen) arbeitet, ist dies bereits der dritte Termin im Europäischen Parlament.

„Es ist hochinteressant und faszinierend, die Arbeit der EU-Institutionen für den Bereich des Schienengüterverkehrs direkt vor Ort mitzuerleben.“

Innerhalb der RCG ist Naida in der Abteilung International Affairs tätig und wird noch bis Ende März im Zuge ihrer Tätigkeit bei CER regelmäßig mit speziellen Güterverkehrsthemen konfrontiert sein. So erfährt sie täglich und aus erster Hand, welche Agenden rund um den Schienengüterverkehr aktuell auf der Tagesordnung der EU-Institutionen stehen.

 Naida Sivsic@RCG_Sivsic

Eine dieser Agenden betrifft die Überarbeitung der Richtlinie für den kombinierten Verkehr. Dabei sollen die gegenwärtigen EU-Vorschriften für die Durchführung bestimmter Maßnahmen für den Güterverkehr, insbesondere für die Zuweisung öffentlicher Finanzmittel, modernisiert werden. Ein weiteres wichtiges und breites Themenfeld ergibt sich aufgrund der rasant voranschreitenden Digitalisierung: So sollen Transportdokumente digitalisiert und benutzerdefinierte Prozesse entwickelt werden. Die Idee der Digitalisierung besteht prinzipiell darin, Formalitäten in elektronischer anstatt in Papierform zu verwalten und gilt in erster Linie für begleitende Dokumente wie Frachtbriefe, Ursprungszeugnisse sowie Agrar-, Veterinär- und Gefahrgutzertifikate. In diesem Zusammenhang stehen auch elektronische Zollverfahren vor der Herausforderung, ein System der elektronischen Deklaration zu verwenden, das mit den aktuellen digitalen Verfahren der Bahn kompatibel ist.

Blick ins Plenum©RCG_Naida Sivsic

Abgesehen von jenen Themenblöcken berichtet Naida auch von nicht-bahnspezifischen Initiativen, die jedoch erhebliche Auswirkungen auf den Schienengüterverkehr haben, da sie die Rahmenbedingungen für Eisenbahnverkehrsunternehmen erheblich beeinflussen. Dies gilt insbesondere für die geplante Überarbeitung der Eurovignetten-Richtlinie, in der festgelegt ist, wie der Straßengüterverkehr für seine internen und externen Kosten in Rechnung gestellt werden kann. Gleiches gilt für die Initiative des mehrjährigen Finanzrahmens (MFR); darin wird die Höhe der öffentlichen Mittel festgelegt, welche für Investitionen in die Eisenbahninfrastruktur bereitgestellt werden.