Naida Sivsic
ist Mitarbeiterin der Rail Cargo Group @ CER -  Community of European Railway and Infrastructure Companies, Brüssel
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International

Brüssel hautnah – European Railway Award 2018

Hunderte Gäste aus ganz Europa folgten Ende Februar der Einladung ins Brüsseler SQUARE Meeting Center zur alljährlichen Verleihung des Railway Award. Ausgezeichnet wurde diesmal die längste unterirdische Schienenverbindung der Welt – das Gotthard-Basistunnel-Projekt. Im Publikum befand sich neben hochrangigen Politikern und Verkehrsvertretern auch unsere derzeit in Brüssel stationierte Kollegin Naida Sivsic.

Seit nunmehr zwei Monaten befindet sich unsere Mitarbeiterin Naida in Brüssel und unterstützt dort tatkräftig die Gemeinschaft der Europäischen Bahnen (CER), welche gemeinsam mit dem Verband der Europäischen Eisenbahnindustrie (UNIFE) den diesjährigen European Railway Award organisierte. Die feierliche Abendveranstaltung im SQUARE Meeting Center in Brüssel zog über 500 interessierte Gäste aus ganz Europa an, darunter die Gastgeber Libor Lochman, CER Executive Director, und Philippe Citroën, UNIFE General Director. Beide fokussierten sich in ihren Ansprachen auf die wichtigen Verhandlungen zum mehrjährigen Finanzrahmen (MFR).

Der European Railway Award 2018 lockte mehrere hundert Gäste aus ganz Europa an ©RCG/Sivsic

Die bereits elfte Ausgabe des European Railway Award, mit dem politische und technische Beiträge für den europäischen Eisenbahnsektor prämiert werden, stand zunächst im Zeichen einer Diskussionsrunde. Vertreter der Transport- und Verkehrsindustrie setzten im Rahmen der Debatte die Prioritäten für das Jahr 2018 fest, allen voran die Ausgestaltung des MFR sowie die Implementierung des 4. Eisenbahnpakets. Vor dem Hintergrund, dass der Bahnverkehr das Rückgrat für den Klimaschutz bildet, waren sich die Diskutanten darüber einig, die Rahmenbedingungen für multimodale Verkehre – insbesondere Schienengüterverkehre – künftig zu standardisieren. Dadurch sollen in erster Linie Kosten reduziert und in weiterer Folge deutlich mehr Güterverkehre von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Beispielsweise werden in Frankreich aktuell nur 10% aller Güter per Bahn transportiert. Zur Steigerung der Kapazitäten soll unter anderem das European Rail Traffic Management System (ERTMS) als Steuerungssystem des Eisenbahnverkehrs auf dem Transeuropäischen Streckennetz dienen. Darüber hinaus wurde die Diskussion von weiteren Themen zu Investitionen, Besteuerung, Digitalisierung und Start-Ups beherrscht.

Dann war es schließlich soweit. Gemeinsam mit hunderten applaudierenden Gästen feierte unsere Kollegin Naida das Gewinnerprojekt des Jahres 2018: Das Gotthard-Basistunnel-Projekt. Der 57 km lange und damit weltweit längste Eisenbahntunnel durchquert die zentralen Schweizer Alpen in Nord-Süd-Richtung. Dabei unterqueren die parallel verlaufenden Tunnelröhren unter anderem das Gotthardmassiv und verbinden den deutschsprachigen Kanton Uri mit dem italienischsprachigen Kanton Tessin. Der Gotthard-Basistunnel wird einen wesentlichen Beitrag zur Verlagerung von Fracht auf die Schiene leisten, da aufgrund des hochmodernen Tunnelsystems mehr Mengenvolumen dank längerer und schwererer Züge transportiert werden kann. Peter Jedelhauser, ehemaliger Leiter des Gotthard-North-South-Corridor Projekts bei der SBB, und Renzo Simoni, ehemaliger CEO der AlpTransit Gotthard AG, nahmen die Auszeichnung stellvertretend für die europäische Projektgruppe entgegen, die das Projekt erfolgreich auf Schiene gebracht hat.