Brigitte Hafner
ist Kommunikatorin in der Rail Cargo Group
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Darf ich vorstellen, Vectron mein Name

Leistungsstark, 6.400 kw, 90 Tonnen, 160 km/h Höchstgeschwindigkeit, fast 19 Meter lang, über 3 Meter breit, über 4 Meter hoch und in unterschiedlichen Ländern einsetzbar – das ist das neue Powerpaket für die Rail Cargo Group. Mit der Anschaffung neuer Lokomotiven ist damit der Grundstein für wettbewerbsfähigen, wirtschaftlichen und ökologischen Güterverkehr gelegt.

Immer mehr Güter werden mit der Bahn transportiert. Das ist auch gut so. Denn je mehr Güter Bahn fahren, desto grüner wird´s. Mit jedem Kilometer, mit jeder Tonne, die auf der Schiene transportiert wird, wird die Emissionsbelastung deutlich reduziert und die Umwelt kann durchatmen. Verursacht der Güterverkehr auf der Schiene doch der Umwelt 20-mal weniger CO2 – im Unterschied zum Straßengüterverkehr.

Nachfrage nach Lokomotiven steigt

Das tägliche Transportaufkommen steigt und steigt. Eine Entwicklung, die sich schon seit Jahren vollzieht und auch in Zukunft nicht stoppen wird. Die Rail Cargo Group bündelt dazu alle Ressourcen, um bestmögliche Bahnlogistikleistungen anzubieten und den gewohnt hohen Qualitätslevel beizubehalten. Zum weiteren Ausbau der Internationalisierungsaktivitäten des Güterverkehrs erweitern wir unsere Flotte mit neuen Elektro-Lokomotiven. Denn neben zahlreichen Initiativen zur nachhaltigen Produktivitätssteigerung, investieren wir neben der Entwicklung von innovativem Wagenmaterial, in Technologien und neue Zugmaschinen. Mit der Erweiterung des Triebfahrzeugparks sichern wir nicht nur verlässliche End-to-End-Logistiklösungen, sondern investieren in die Zukunft eines umweltfreundlichen Schienengüterverkehrs. Mit der Lokomotivreihe 1293 von Siemens bekommt die ÖBB somit eine neue Generation für den grenzüberschreitenden Güterverkehr. Die Rahmenvereinbarung aus 2017 sieht die Lieferung von bis zu 200 Elektrolokomotiven vom Typ Vectron vor. In einem Erstabruf wurden 30 Stück Multi-Systemlokomotiven für Wechsel- und Gleichstrom bestellt. Neue Lokomotiven bedeuten mehr Güter weg von der Straße und rauf auf die Schiene – ein weiterer Schritt zur Reduktion von Treibhausgasen.

Der neue rote Flitzer der ÖBB. ©ÖBB Christian Zenger

Power, die entscheidet

Die 6.400 kW-starken Vectron-Loks decken damit fast das gesamte europäische Einsatzgebiet ab. Die Rail Cargo Group ist bereits stark am europäischen Markt präsent, klar dass auch die Lokomotiven die dementsprechenden Anforderungen erfüllen müssen. Darum ist das neue Zugpferd auch eine Mehrsystemlokomotive, was so viel bedeutet, dass sie in unterschiedlichen Ländern mit unterschiedlichen technischen Rahmenbedingungen fahren kann. Die Loks werden ausgehend von unseren Heimmärkten Österreich und Ungarn in die Nachbarländer fahren. So werden sie Italien, Slowenien, Tschechien, Deutschland, Ungarn und bald auch Polen erreichen. Darüber hinaus ist die Lok mit österreichischem Fernsteuerkonzept ausgestattet und kann in Mehrfachtraktion mit anderen ÖBB-Fahrzeugen betrieben und somit perfekt in die Bestandsflotte integriert werden. Selbstverständlich sind die Maschinen mit dem European Train Control System (ETCS, deutsch Europäisches Zugbeeinflussungssystem) ausgerüstet, was ein grundlegender Bestandteil für die zukünftige Vereinheitlichung des europäischen Eisenbahnverkehrs ist. Und damit effizientere Abläufe ermöglicht.

Rail Cargo Group investiert in Expansion

Am 5. März erfolgte die feierliche Taufe der ersten Vectron-Lok.

Bernhard Benes, Geschäftsführer ÖBB-Produktion, Clemens Först, Vorstandssprecher Rail Cargo Group, Wolfgang Hesoun, CEO Siemens Österreich und Andreas Matthä, Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding (v.l.n.r.) präsentierten die Vectron vor Presse und Fachpublikum. ©ÖBB Christian Zenger

Andreas Matthä, Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding und Wolfgang Hesoun, CEO Siemens Österreich (v.l.n.r.) taufen das neue Kraftpaket der ÖBB. ©ÖBB Christian Zenger

Die Weiterführung der Internationalisierung ist fixer Bestandteil in unserer Strategie und bietet eine enorme Chance. Die Rail Cargo Group zählt bereits jetzt zu den Top-Playern in Europa und ist mit Niederlassungen in vielen Ländern flächendeckend aufgestellt. Klares Ziel ist es, den Aktionsradius auch darüber hinaus auszuweiten. Das Zielnetz erstreckt sich dabei von der Nord-Süd-Achse von Deutschland über den Balkan bis in die Türkei und weiter Richtung transkaspische Route bzw. bis nach Russland und China. Die Anschaffung der neuen Vectron Lokomotiven ist dabei ein wesentlicher Schritt um den grenzüberschreitenden Schienengüterverkehr zu stärken.

Die Vectron in Kuchenform zum Anbeißen. ©ÖBB Christian Zenger