Brigitte Hafner
ist Kommunikatorin in der Rail Cargo Group
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International

Der Countdown läuft: aus dem Tagebuch Chengdu–Wien

15. April 2018. Eintrag aus dem Reisetagebuch: 3.500 Kilometer haben wir bereits zurückgelegt, 6.300 folgen noch. Heute befinden wir uns am chinesisch-kasachischen Grenzpunkt Korgas. China lassen wir bereits hinter uns, fünf Länder liegen noch vor uns. Hier ein erster Rückblick auf erste Erlebnisse sowie Ausblick auf die nächsten Kilometer.

Alles beginnt in der Hauptstadt der chinesischen Provinz Sichuan am Railway Container Center Chengdu. Am größten Eisenbahn-Hub Chinas werden kleinere Gütermengen im Einzelwagenverkehr gebündelt und dann als Ganzzüge nach Europa gefahren. So auch unser erster Zug, den wir von der chinesischen Metropole Chengdu am 12. April auf die Reise direkt nach Wien geschickt haben. China ist ein wichtiger Markt mit gewaltigem wirtschaftlichem Aufschwung und riesigem Potenzial für europäische Unternehmen. Nicht zuletzt zählt China zu den größten Exportländern der Welt. Besonders in den Bereichen elektronische Geräte, Beleuchtungskörper, Elektromotoren sowie in der Textil- und Schuhindustrie gilt China als das Exportland schlechthin und dominiert den Welthandel derzeit so stark wie keine andere Nation. Bedeutende Exportziele sind neben den USA und Japan vor allem europäische Länder. Beladen mit 44 Containern mit elektronischen Bauteilen, Beleuchtungsmaterialien sowie Haushaltswaren ist unser Zug bereits sieben Tage unterwegs.

Der erste Reiseabschnitt führte quer durch China. Nach 3.500 Kilometer erreicht unser Zug den ersten wichtigen Stopp, den chinesisch-kasachischen Grenzort und gleichzeitigen Umschlagspunkt Korgas. Aufgrund unterschiedlicher Spurweiten zwischen China (Spurweite von 1.435 Millimeter) und Kasachstan (mit einer Breitspurweite von 1.520 Millimeter) werden hier die Container das erste Mal umgeschlagen. Mittels Portalkran werden sie auf einen neuen Zug und somit auf die Breitspurbahn verladen. Ab sofort liegt der Zug in unseren Händen, wir begleiten ihn ab nun durch weitere fünf Länder.

Ein Ausblick auf spannende Reiseerlebnisse

Quer durch Kasachstan geht es anschließend auf der Breitspurbahn weiter durch Russland in die Ukraine, bis wir die ukrainisch-slowakische Grenze erreichen. In Dobrá erfolgt ein erneuter Umschlag und somit Wechsel von der Breit- auf die Normalspur. Von Dobrá geht es dann auf der Normalspur weiter durch die Slowakei nach Österreich. Am Empfangsterminal, dem Güterzentrum Wien Süd, wird unser sechs Länder umspannender Zug nach einer langen Reise schließlich sein Ziel erreichen. 9.800 Kilometer wird der Containerzug insgesamt zurücklegen und unterschiedlichste Kulturen erleben. Im Laufe dessen wird er auch die abwechslungsreichsten Klimazonen kennenlernen: Zu Beginn extreme Wettergegensätze in China. Jetzt erwarten ihn blühende Wüsten der sonst so monotonen Landschaft in Kasachstan, kontinentale Klimaverhältnisse in Russland und gemäßigte Klimazonen in der Ukraine, der Slowakei und Österreich. Aber nicht nur die Witterungen und Wetterkapriolen werden Herausforderungen für uns und unseren Zug sein. Abgesehen von den Sprachbarrieren und den aufgrund ungleicher Zollsysteme differierenden Frachtpapieren reist der Zug zusätzlich durch unterschiedliche Zeitzonen. Eines steht jedenfalls fest: Auf dieser Reise werden unsere Spezialistinnen und Spezialisten das schier Unmögliche einfach möglich machen, frei nach dem Motto: „Geht nicht, gibt´s nicht!“ Jetzt gilt es noch, auf den letzten Kilometern die Daumen zu drücken, sodass wir pünktlich in der Nacht vom 24. auf 25. April unseren Zug im Güterzentrum Wien Süd willkommen heißen können. Bleiben Sie dran!

(c)RCG_Payr

 

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