Brigitte Hafner
ist Kommunikatorin in der Rail Cargo Group
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Eisenbahn einfach erklärt: Doppeltraktion

Wissen Sie was eine Doppeltraktion ist, oder warum eine Doppeltraktion in unterschiedlichen Formen geführt werden kann? Warum beispielsweise beide Triebfahrzeuge vor einen Güterzug gespannt werden und dann wiederum eine Lokomotive als Nachschiebelok zu sehen ist?

Bei der Bildung von Zügen müssen wir sowohl das Triebfahrzeug als auch die Güterwagen betrachten. Für jede Transportstrecke, auf der wir Güterzüge fahren, gibt es eine sogenannte Streckenklasse, die die Streckenbeschaffenheit und Belastung der Gleisanlagen beschreibt. Diese gibt an, wie viel das maximale Gesamtgewicht eines Güterwagens betragen darf.

Darüber hinaus gibt es unterschiedliche Triebfahrzeuge, welche auf Grund ihrer technischen Ausstattung, unterschiedliche Anhängelasten haben. Die Belastung der Triebfahrzeuge, oder die Zughakengrenzlast und die maximale Nachschiebelast sind in den Infrastruktur Fahrplanhilfstafeln ersichtlich. Die topografischen Verhältnisse eines Landes, erfordern auf gewissen Streckenabschnitten oft zwei, drei oder sogar vier Triebfahrzeuge, um einen Güterzug von A nach B zu transportieren.

Eine Doppeltraktion zieht einen langen Güterzug. © ÖBB_David Payr

Eine Doppeltraktion eines Zuges, also eine Traktion mit zwei Triebfahrzeugen, kann dabei in unterschiedlichen Formen geführt werden – z.B.:

  • Tandembetrieb – beide Lokomotiven sind synchron zusammen geschaltet und werden von einem Triebfahrzeugführer gesteuert.
  • Vorspanntriebfahrzeug – die technische Ausstattung der Lokomotiven erfordert eine Besetzung des 1. und 2. Triebfahrzuges mit je einem Triebfahrzeugführer.
  • Als Nachschiebetriebfahrzeug wird es dann geführt, wenn die Belastung des Zughakens des ziehenden Triebfahrzeuges nicht ausreicht. Dann schiebt eine zweite Lokomotive den Güterzug zusätzlich an. Dieser Einsatz erfordert einen Triebfahrzeugführer auf jeder Lok.

Im letzten Jahr wurden von der Rail Cargo Group erstmals Züge geführt, welche mit einer verstärkten Zug- und Stoßeinrichtung ausgestattet sind. Dies ermöglicht eine höhere Anhängelast um das Eineinhalbfache. Und damit eine Reduktion der Triebfahrzeuge.

Ein langer Zug mit einer Doppeltraktion schlängelt sich durch die Landschaft. © ÖBB_David Payr