Brigitte Hafner
ist Kommunikatorin in der Rail Cargo Group
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RCG Inside

Eisenbahn einfach erklärt:
Multimodalität

Wissen Sie, was Multimodalität heißt? Welche Herausforderungen in der Welt der Logistik mit dem Begriff verbunden sind? Und warum gerade ein intelligenter Mix unterschiedlicher Verkehrsträger erfolgsentscheidend ist?

Menschen sind multimodal unterwegs, wenn sie diverse Verkehrsmittel nutzen. Wir kombinieren somit in unserem Alltag unterschiedliche Verkehrsmittel, wenn wir z. B. mit der Bahn zur Arbeit, mit dem Fahrrad zum Bäcker fahren und das Auto für unseren Wochenendausflug ins Grüne nutzen. Im Bereich des Güterverkehrs ist es nichts anderes. Wenn ein Gütertransport innerhalb eines Zeitfensters mit zwei oder mehr unterschiedlichen Verkehrsträgern erfolgt, so sprechen wir vom multimodalen Verkehr, der besonders im Bereich des Unbegleiteten Kombinierten Verkehrs, also beim Transport von Containern, Wechselbehältern und kranbaren Sattelanhängern, vorkommt. Eine besondere Form davon ist der intermodale Verkehr. Dabei werden mehrere Verkehrsmittel aufeinanderfolgend innerhalb einer Transportkette genutzt. Verkehre werden somit miteinander kombiniert und vereinen die Vorteile der Verkehrsträger Schiene und Straße sowie Wasser und Luft in einer Transportkette. Dabei kommt es aber auf den entscheidenden Mix an.

Die optimale Wahl des Verkehrsträgers ist entscheidend

Als Bahnlogistikprofi realisieren wir hochfrequente Langstreckenverbindungen für schwere Güter und kombinieren den jeweils optimalen Verkehrsträger effizient zu einer homogenen Transportkette – und das mit System. Die Kombination aus der Zuverlässigkeit und Kapazität der Bahn, der Flexibilität des Lkw, der interkontinentalen Möglichkeit des Schiffes sowie der Geschwindigkeit des Flugzeuges ergibt eine maßgeschneiderte intermodale Transportleistung. Die optimale Verknüpfung verschiedener Verkehrsträger und der daraus resultierenden Synergien sowie unserer langjährigen Erfahrung macht uns zum Experten im Bereich Bahntransporte. Unser flächendeckendes internationales Netzwerk ermöglicht uns, Transporte bestmöglich an regionale Gegebenheiten anzupassen und die umweltfreundliche Schiene optimal in die Gesamtlogistikkette zu integrieren.

Die Kombination aus der Zuverlässigkeit und Kapazität der Bahn, der Flexibilität des Lkw und der interkontinentalen Möglichkeit des Schiffes ergibt die optimale intermodale Transportkette. © ÖBB_David Payr

Multimodalität bringt´s

Eine effiziente multimodale Transportkette führt dazu, dass der hohen Verkehrsdichte auf den Straßen ausgewichen wird und CO2-Emissionen reduziert werden können. Denn Ziel der EU ist es, bis zum Jahr 2030 30 % des Straßengüterverkehrs über 300 Kilometer auf die Schiene zu verlagern, bis 2050 mehr als 50 %. Effiziente und umweltfreundliche Güterverkehrskorridore sind für die Zielerreichung erfolgsentscheidend, zumal wir uns in der Logistik auch einigen Herausforderungen stellen müssen, um multimodale Transporte in den nächsten Jahren voranzutreiben. Engpässe in Güterterminals, die zunehmende Knappheit an Terminalkapazitäten sowie lange Grenzwartezeiten, besonders an den Schengengrenzen, setzen – neben geeigneter Infrastruktur – maximale Servicequalität voraus.

Vielmehr als die Möglichkeit das jeweils beste Verkehrsmittel zu nutzen, wird eine Angebotsvielfalt vorausgesetzt. Mit unserem flächendeckenden Produktionsnetz mit eigenen Güterbahnen, unseren Systemzügen und einer breiten Auswahl an Zugsprodukten erschließen wir Märkte in Zentral-, Süd- und Osteuropa und begleiten Kundinnen und Kunden in Wachstumsmärkte wie Russland oder die Türkei – und auch weit darüber hinaus, bis nach China. Damit sichern wir umweltfreundliche intermodale Logistiklösungen mit internationalen Door-to-door-Serviceleistungen.

Hohe Terminalkapazitäten sind für eine effiziente multimodale Transportkette und somit für internationale Gütertransporte erfolgsentscheidend. © ÖBB_David Payr