Katharina Lehmann-Kaschel
ist Kommunikatorin in der Rail Cargo Group
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RCG Inside

Next Generation – Wissenstransfer garantiert

Rund ein Viertel aller ÖBB-MitarbeiterInnen wird das Unternehmen in den nächsten Jahren verlassen und in den Ruhestand treten. Um das wertvolle Wissen und Know-how erfahrener Kolleginnen und Kollegen zu erhalten, gibt es einige Initiativen bei der Rail Cargo Group. Ziel ist der gelungene Wissenstransfer an die nächste Generation.

Viele Kolleginnen und Kollegen in der Rail Cargo Group stehen kurz vor ihrer Pensionierung. Um das lang aufgebaute Expertenwissen der MitarbeiterInnen nicht zu verlieren, legt die RCG ein besonderes Augenmerk darauf. Genauso wie auf die Gestaltung von Rahmenbedingung zur Erhaltung der Arbeitsfähigkeit von unseren MitarbeiterInnen, denn das Know how der SpezialistInnen ist für das Unternehmen von unschätzbarem Wert.

Doch wie kann der Wissenstransfer gelingen?

Wie geben langjährige MitarbeiterInnen ihr Wissen und ihre Expertise an die jungen Kollegen weiter? Wissenstransfer läuft so vielfältig ab, wie es die Menschen und Jobs sind. Die NachfolgerInnen wissen den Erfahrungsschatz der langjährigen Kolleginnen und Kollegen zu schätzen und sind auch dankbar für kleine Tipps. Ein paar Kolleginnen und Kollegen der Rail Cargo Group zeigen, wie die Übergabe gelingen kann.

Gelungene Übergabe

Katharina Prekic und Wolfgang Pröll arbeiten bei Rail Cargo Logistics – Austria in der Business Unit STEA (Steel / Energy / Automotive). Sie bezeichnen ihre Situation als Traumfall für eine Übergabe, denn sie haben insgesamt fünf gemeinsame Büro-Jahre. Wolfgang Pröll ist seit zwölf Jahren Experte für den Schrottbereich und Katarina Prekic hat vor rund vier Jahren als Trainee begonnen.

„Ich hatte am Anfang überhaupt keine Logistikerfahrung“, erzählt Katarina Prekic, „für mich war es wirklich ein großes Glück, dass ich Wolfgang immer punktuell befragen konnte. Er ist ein guter Lehrer.“ Mittlerweile gehe es aber schon eher in Richtung Jobsharing, sagt Wolfgang Pröll: „Es ist extrem wichtig, dass wir miteinander reden, und die Arbeitsschritte des jeweils anderen nachvollziehbar bleiben.“ Zusätzlich dazu setzen sich die beiden zu einem wöchentlichen Jour-Fixe zusammen. „Strukturen und Programme ändern sich laufend. Ich möchte Katarina eine Basis und ein Gespür dafür mitgeben, was ein gutes Geschäft werden kann. Dazu braucht es vor allem eine ehrliche Begeisterung für die Bahn.“

(c) RCG_Wegscheider

Die Erfolgsgeschichte des MOBILER weiterführen

Christopher Prax-Huber ist seit kurzem Nachfolger von Walter Schwaighofer, Business Unit Wood/Paper/Building Materials/Consumer Goods, Leiter Abteilung MOBILER – seit das feststand, waren die beiden fast nur noch im Doppelpack unterwegs.. „Dass Christoper manche Dinge anders machen wird als ich, liegt in der Natur der Sache. Ich bin mir sicher, dass er den MOBILER gut weiterführen wird.“ Mit geistigem Eigentum geizen war nicht seine Sache, denn es war ihm wichtig, dass die Erfolgsgeschichte des MOBILER weitergehe. „Der Job ist alles andere als simpel“, sagt Christopher Prax-Huber, der seit 2014 im Unternehmen tätig ist. „Das innovative System, das Walter sehr früh bei den ÖBB eingeführt hat, schaut einfach aus, aber die Kunst ist es, damit wettbewerbsfähig zu sein. Ich habe großen Respekt davor, wenn ich mir die Geschichte des MOBILER anschaue“, so Prax-Huber weiter.

(c) RCG_Eder

Den Spaß an der Arbeit vermitteln

36 Jahre Erfahrung im Bereich Rohstofftransporte kann Andrea Semmelweis-Lehner vorweisen. Seit elf Jahren ist sie in der BU STEA (Business Unit Steel / Energy / Automotive) tätig. Ihr Wissen in dem Bereich wird sie noch mehr als zehn weitere Jahre einbringen können – aber weil es nie zu früh ist, Erfahrungen weiterzugeben, teilt sie diese mit ihrem jungen Kollegen Sebastian Berlakovich „Wenn es Fragen gibt, besprechen wir das gleich direkt.“ Am Anfang habe sie sehr viel erklärt, erzählt sie. „Irgendwann habe ich bemerkt, dass das manchmal vielleicht zu viel Information auf einmal war. Seitdem fragt Sebastian einfach, wenn er etwas braucht.“ Andrea Semmelweis-Lehner bemüht sich, ihren jungen Kollegen überall miteinzubinden. „Ich wünsche mir, dass ich Sebastian den Spaß an dem, was er tut, vermitteln kann. In unserem Job muss man sich täglich auf etwas Neues einstellen“, erzählt sie. „Ich bin sehr dankbar, dass Andrea ihr Wissen so offen weitergibt. Das ist nicht selbstverständlich“, fügt Sebastian Berlakovich abschließend hinzu.

(c) RCG_Wegscheider

Bewegtstufe zum Gütesiegel NESTORGOLD

Das Gütesiegel NESTORGOLD wird an Unternehmen und Organisationen verliehen, deren gesamte Organisationsstruktur generationen- und alternsgerecht gestaltet ist und in denen die Potentiale und Bedürfnisse der MitarbeiterInnen jedes Alters und in allen Lebensphasen berücksichtigt werden.

Für die umfangreichen Aktivitäten im Bereich Generationenmanagement erhielt die Rail Cargo Group im Jahr 2016 für Teilbereiche die Bewegtstufe zum Gütesiegel NESTORGOLD. In den nächsten Jahren werden weitere Maßnahmen umgesetzt – dann liegt das Gütesiegel für die gesamte Rail Cargo Group in Reichweite.