Brigitte Hafner
ist Kommunikatorin in der Rail Cargo Group
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RCG Inside

„Schau auf dich!“

Achtsamkeit fängt im Kopf an und kann trainiert werden. Im Zuge eines Pilotprojektes lernen Lehrlinge der Rail Cargo Group in Workshops einfache Tipps und Tricks kennen, um Alltagsstress zu senken, die Welt bewusster wahrzunehmen und damit Gefahrenquellen und Arbeitsunfälle zu vermeiden.

Smartphones bestimmen immer mehr unseren Alltag. Es geht teilweise sogar schon so weit, dass sie für uns denken, uns über die aktuellsten Neuigkeiten informieren oder unseren Fernseher, unsere Musikanlage oder andere Haustechnikanlagen ein- bzw. ausschalten. Zu oft lassen wir uns im Alltag von ihnen steuern und schenken ihnen zu viel Aufmerksamkeit. Das Umfeld rückt immer mehr in den Hintergrund. Was meist als Unachtsamkeit wahrgenommen wird, stellt sich in Alltagssituationen umso öfter als Gefahrenquelle heraus. Nicht selten sind Unfälle die Folge.

Dazu wurde nun mit unseren Lehrlingen das Pilotprojekt „Ich schau auf mich!“ in Zusammenarbeit mit dem Arbeitnehmerschutz und der Versicherungsanstalt der Eisenbahnen (VAEB) gestartet. Unfälle passieren oft aus einer hektischen Situation heraus. Ziel ist es, das Alltagsverhalten zu reflektieren, um die Welt aufmerksamer und bewusster wahrzunehmen, Gefahren im Alltag rechtzeitig zu erkennen, präventiv vorzusorgen und damit Arbeits- und Wegunfälle zu vermeiden. Im Rahmen von Workshops wurde dem Thema auf den Zahn gefühlt.

 

In Zusammenarbeit mit dem Arbeitnehmerschutz und der Versicherungsanstalt der Eisenbahnen (VAEB) wurde ein Pilotprojekt gestartet, um dem Thema Achtsamkeit im Alltag mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Das Ziel: Gefahren und Unfälle zu vermeiden. © VAEB/Angelika Grollmuss

Während der Schulungen stand allerdings nicht der erhobene Zeigefinger, sondern eine bewusste Selbstwahrnehmung und Reflexion des eigenen Verhaltens im Zentrum. Das Zitieren von Gesetzestexten wurde durch praktische Übungen und geschickte Fallbeispiele ersetzt und die jungen Kolleginnen und Kollegen wurden dort abgeholt, wo deren Bedürfnisse waren. Denn die Kenntnis von Gesetzestexten alleine reicht nicht aus, um eine Veränderung zu bewirken und die Sicherheit zu erhöhen. Vielmehr wurde das Thema den Lehrlingen auf spielerische Weise nähergebracht und sie erkannten sehr schnell, dass sie von den Workshops profitieren, zumal es um ihre Sicherheit geht.

Die Lehrlinge der Rail Cargo Group werden in Workshops auf Achtsamkeit trainiert. © RCG/Franz Heißenberger

Tipps und Tricks leicht gemacht

Einige hilfreiche Übungen aus den Schulungen und Workshops haben wir hier zusammengefasst. Sie zeigen, wie mit einfachen Maßnahmen Veränderungen im Alltagsverhalten erreicht werden, wir achtsamer die Umwelt wahrnehmen und damit sicherer und unfallfrei durch den Arbeitsalltag kommen:

  1. Umwelt bewusst wahrnehmen!
    Übung: Bei der täglichen Zugfahrt ins Büro bewusst aus dem Fenster sehen und nicht auf das Smartphone.
  2. Perspektiven wechseln!
    Übung: Den eingefahrenen Arbeitsweg einmal bewusst anders gehen. Neue Dinge werden neu entdeckt und wahrgenommen.
  3. Fokussiert bleiben!
    Übung: Volle Konzentration auf einen Arbeitsschritt und sich dabei nicht ablenken lassen.
  4. Bewusst etwas weglassen!
    Übung: Beispielsweise bewusst fernsehen, ohne dabei parallel das Smartphone bzw. das Notebook zu nutzen.
  5. Tu es!
    Übung: Sich nicht nur etwas vornehmen, sondern es auch tatsächlich umsetzen – nur so kann unser Verhalten verändert werden.

Die Vorsätze der Workshop Teilnehmerinnen und -teilnehmer wurden niedergeschrieben. Eine Evaluierung in drei bis vier Monaten wird den Erfolg zeigen, wie es den Lehrlingen im Alltag damit ergangen ist und welche Verhaltensänderungen sie bereits nachhaltig umgesetzt haben. © RCG/Franz Heißenberger