Brigitte Hafner
ist Kommunikatorin in der Rail Cargo Group
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International

Vier Punkte, die das Rückgrat der Wirtschaft bilden

Im Wandel einer digitalen und automatisierten Ära ist die Bahn einer sich stark verändernden Wirtschaft ausgesetzt. Doch wie entwickelt sich der Güterverkehr und wie positionieren wir uns dabei auf EU-Ebene als verlässlicher Partner für Bahnlogistik?

Glaubt man den Prognosen der Europäischen Kommission, wird die Mobilität dank wachsender Wirtschaft in den nächsten Jahrzehnten rasant zunehmen. Der europäische Landverkehr ist ein wichtiger Wirtschaftssektor, um nicht zu sagen der Wirtschaftsmotor schlechthin. Die Kehrseite der Medaille: dieser hat massive Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft. Aktuellen Schätzungen zufolge wird der Güterverkehr bis 2050 um 60 % zunehmen – mit einer hohen Affinität zur Straße. Ziel der EU ist es, europaweit den Anteil der Schiene am Güterverkehrsmarkt auf 30 % zu erhöhen – also auf jenen hohen Modalanteil, den die Rail Cargo Group in Österreich bereits seit Jahren erreicht. Ansatzpunkt genug, die EU-weiten Klimaziele zu erreichen. Ist es doch der Verkehr, der etwa fast ein Viertel der Treibhausgasemissionen in Europa verursacht – Tendenz steigend. Auf den Güterverkehr auf der Schiene kommen somit große Herausforderungen zu. Umso wichtiger für uns, klar Position zu beziehen.

Unsere Richtung ist klar: verlässliche End-to-end-Logistiklösungen und sichere Transportabwicklungen auf der umweltfreundlichen Schiene. © RCG_David Payr

Bahn oder Straße, das ist kein Thema

Die Richtung, die wir als einer der führenden Bahnlogistiker in der EU fordern, ist für uns klar und mit den nachfolgenden vier Punkten nachdrücklich definiert. Sie legen den Grundstein für den Schienengüterverkehr, um im Transportsystem der europäischen Logistikindustrie das stabile Rückgrat zu bilden. Denn damit können wir nicht nur dem hochgradig schwankenden Marktumfeld entgegenhalten, sondern eine wesentlich sicherere, effizientere und verlässlichere Transportabwicklung gestalten – und damit nahtlose End-to-end-Logistik realisieren. Dimensionen, die im Bereich Qualität, Verlässlichkeit und Flexibilität völlig neue Standards setzen:

Verlässlicher, sicherer und nachhaltiger Schienengüterverkehr bilden das Rückgrat der Wirtschaft. © RCG_David Payr

  1. Die Basis ist und bleibt, Bahnprodukte von höchster Qualität in einem gesunden Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten.
  2. Gütertransport auf der Schiene muss genauso einfach sein, wie die Beförderung von Gütern auf der Straße: Länderübergreifend sind dazu einheitliche, rechtliche, technische sowie betriebliche Voraussetzungen für Infrastruktureinrichtungen, Zugsicherungs- und Signalgebungssysteme sowie Energieversorgung zu schaffen – Stichwort Harmonisierung . Mit dem Ziel, den Schienengüterverkehr nicht nur wesentlich effizienter und schneller zu machen, sondern vor allem attraktiver und damit wettbewerbsfähiger. Eine Entwicklung, für die es bereits allerhöchste Eisenbahn wird, sind doch heute mehr als 50 % der Gütertransporte grenzüberschreitend.
  3. Steigende Mobilität ist unweigerlich mit erheblichem Stress verbunden – und das nicht nur auf ökologischer Ebene, gefährden doch die durch Lkw überlasteten Straßen die wirtschaftliche Entwicklung massiv. Eine klare Botschaft: Die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene.
  4. Entlang der Logistikkette finden in Bezug auf die Automation wesentliche Veränderungen statt. Selbstfahrende und verbrauchsärmere Lastwagen begünstigen neben niedrigen Dieselpreisen die Verlagerung zur Straße. Die Straße bestimmt nicht nur die Erwartungshaltung der Kundinnen und Kunden bezüglich Preis, Geschwindigkeit und Flexibilität, sie stellt die gesamte Logistikbranche auf den Kopf. Hier ist der Eisenbahnsektor gefordert, mit gleichem Tempo voranzuziehen. Mit dem Einsatz intelligenter Systeme, wie Sensorik und Telematik am Wagenmaterial, teilautomatisierte Zugvorbereitung oder die automatisierte Bremsprobe,  sind wir nicht nur vorne mit dabei – vielmehr revolutionieren wir den Güterverkehr.