Brigitte Hafner
ist Kommunikatorin in der Rail Cargo Group
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Produkt

Zwischen Zuckerrübenfeldern, multifunktionalem Wagenequipment und Dolce Vita

Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, wie Ihr Zucker in den Kaffee kommt, welche Wege er davor bereits hinter sich gebracht hat? Oder wie etwa die größten Getreidemühlen Italiens mit Getreide beliefert werden? Blicken Sie mit uns hinter die Kulissen unserer verlässlichen Agrar- und Futtermitteltransporte.

Wenn Getreide, Zucker, Ölsaaten und andere Agrarprodukte bzw. Futtermittel auf Reise gehen, bedarf es ganz besonderer Sorgfalt, Erfahrung und Know-how. Futtermittel stehen ganz am Beginn unserer Nahrungskette, umso wichtiger ist deren verlässlicher Transport. Nicht nur deswegen erfordern natürliche Rohstoffe über die gesamte Logistikkette bedingungslose Qualität und Kompetenz – von der Planung bis zur Leistungsabwicklung. Logistikdienstleister müssen dementsprechend strenge Auflagen, gesetzliche Bestimmungen und hohe Qualitätsanforderungen erfüllen. Rückverfolgbarkeit der Produkte, Einhaltung vorgeschriebener Beladereihenfolgen oder genau definierter Reinigungspläne von Waggons sind nur eine Auswahl entscheidender Kriterien, die den hohen Qualitätsstandard in der Lebens- und Futtermittelindustrie sicherstellen. Ein ausgefeiltes Qualitätsmanagementsystem samt einschlägiger Zertifikate (ISO 22000, GMP+B3 und GMP+B4) für die Beförderung von Lebens- und Futtermittel gewährleisten dabei Produktqualität und erfüllen darüber hinaus die Anforderungen der Gesundheitsbehörden. In mehreren Gesellschaften der RCG wurden die Zertifikate im Juni erfolgreich verlängert.

Vom Zuckerrübenfeld zum Würfelzucker

Im September, wenn die Zuckerrüben reif und bereit für die Ernte sind, ist für die Logistik- und Transportwirtschaft Hochsaison. Denn dann müssen Tonnen an Zuckerrüben von den Feldern zur Zuckerfabrik transportiert werden. Dort werden sie zu Endprodukten, wie beispielsweise Würfelzucker, weiter verarbeitet. Bis Anfang Jänner zum Ende der Ernte- und Kampagnenzeit werden die Zuckerrüben an Rübensammelplätzen bzw. Bahnhöfen auf Waggons verladen, bevor sie sich – an Knotenpunkten zu Ganzzügen zusammengestellt – auf den Weg in die Zuckerfabrik machen. Im vergangenen Jahr wurden 2,5 Millionen Tonnen Rüben von der Rail Cargo Group auf Schiene gebracht. Insgesamt wurden dafür 49.013 Wagenladungen abgewickelt.

Die Zuckerrübenernte in vollem Gange. © APA PictureDesk/AGRANA/Schedl

Die mit Zuckerrüben beladenen Güterwagen sind auf der umweltfreundlichen Schiene am Weg vom Feld in die Zuckerfabrik. © ÖBB_David Payr

Zuckerfabrik (c) Pixabay

Zucker in 50 Kilosäcken abgepackt. © ÖBB_Krischanz Zeiler

Innovative Produktionskonzepte für ein Stück Dolce Vita

Das alles entscheidende in der Abwicklung nachhaltiger Agrar- und Futtermitteltransporte sind innovative Produktionskonzepte sowie eine durchgehende, qualitativ hochwertige Produktion. Unser flächendeckendes Produktionsnetz mit eigenen Güterbahnen in elf europäischen Ländern sichern neben verkürzten Transportzeiten, vor allem die Pünktlichkeit und das entscheidende Qualitätsplus. Denn das Produkt liegt über die gesamte Transportkette hindurch in unserer Hand. So werden etwa die größten Getreidemühlen Italiens mit den mit Weizen beladenen Ganzzügen bedient. Fixe Fahrpläne und fixe Trassen stellen eine effiziente Planung logistischer Abläufe sicher. Und damit eine lückenlose Produktion sämtlicher Pastaprodukte mady in „bella italia“.

Güterwagen werden mit Getreide befüllt. © ÖBB_ Krischanz Zeiler

Glanzstücke

Aber auch die Wahl des Wagenmaterials ist erfolgsentscheidend. Müssen sie doch besondere Reinheitskriterien und Voraussetzungen für produktionsspezifische Be- und Entladeabläufe erfüllen. Umso wichtiger ist daher der Einsatz hochmoderner Waggons. Daher setzen wir speziell für Agrarprodukte multifunktionales Wagenequipment ein. Der aus Edelstahl gefertigte Wagenkasten macht den Wagen in seiner Einsatzmöglichkeit flexibel und stellt eine praktisch restlose Entladung sicher. Und darauf kommt es beim Transport organischer Rohstoffe an. Können doch Ladegutrückstände aufgrund ungünstiger Wetter- und Klimaverhältnisse zu Gehrprozessen bzw. Verunreinigungen führen. Eine Reinigung und damit Zeitverzögerungen im Beladungsvorgang sind die Folge. Im Regelfall werden Güterwaggons sortenrein, also mit gleichen Produkten beladen und eingesetzt. Dennoch sind diese Multifunktionswaggons neben Getreide für sämtliche andere Schüttgüter, wie Düngemittel, nutzbar – aufgrund der saisonbedingten Agrarverkehre ein entscheidender Vorteil.