Brigitte Hafner
ist Kommunikatorin in der Rail Cargo Group
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Eisenbahn einfach erklärt: Spezialtransporte

 Nicht nur Rohstoffe, Autos bzw. Autoteile, Holz, Stahl-, Agrar- und Chemieprodukte fahren Bahn – nein, auch 30 tonnenschwere Spezialkräne, 120 Meter lange Schienen, ganze Metrogarnituren, riesen Dampfkessel bzw. Turbinen werden via Schiene von A nach B transportiert. Doch welche Sendungen sind als Transportgut für die Bahn überhaupt geeignet und welche nicht?

So bunt die Welt und ihre Industrien sind, so vielfältig sind unsere Logistiklösungen. Mit unserem Know-how und dem Einsatz innovativer Transporttechnologien realisieren wir zukunftsorientierte und individuelle Logistiklösungen für alle Branchen. Bei uns sind einfach alle Produkte sicher und umweltfreundlich auf Schiene. Auch für Spezialtransporte, die aufgrund äußerer Abmessungen, des Gewichts oder der Beschaffenheit nicht für den Straßentransport zugelassen sind, haben wir robuste Lösungen. Unsere Expertinnen und Experten machen das Unmögliche möglich und haben für spezielle und individuelle Anforderungen immer die passende Logistik- und Transportlösung parat. Was moderne Transportlogistik leistet, zeigen einige Praxisbeispiele.

Transportlösung für jedes Spezialgut

Grundsätzlich sind alle schweren Lasten bzw. Sendungen mit außergewöhnlichen Abmessungen für die Schiene geeignet. Selbst Schienenfahrzeuge, wie z.B. ganze U-Bahngarnituren, Straßenbahnen oder Gleisbaumaschinen, die auf ihren eigenen Rädern rollen. Selbst unterschiedliche Kupplungssysteme der zu transportierenden Fahrzeuge sind für uns kein Problem. Denn die speziell entwickelten Kupplungsadapter unserer Kuppelwagen ermöglichen es, die Schienenfahrzeuge trotz unterschiedlicher Kupplungen miteinander zu verbinden. Je nach Schienenfahrzeugtyp wird der Kupplungsadapter an die jeweilige Kupplungshöhe des zu befördernden Fahrzeuges angepasst.

Eine U-Bahngarnitur wird für den Schienentransport vorbereitet. © RCG Günter Leidenfrost

Mit einem speziell entwickelten Kupplungsadapter unserer Kupplungswagen ermöglichen den Transport von Schienenfahrzeugen auf ihren eigenen Rädern rollend. Auch wenn sie unterschiedliche Kupplungshöhen haben – der Kuppelwagen verbindet die beiden Schienenfahrzeuge miteinander. © RCG Herbert RösslerMobilisation von Logistik-Know-how

Spezialgüter bedürfen aufgrund ihrer Abmessungen, ihres Gewichts und der Beschaffenheit individuelle Logistiklösungen. Unsere Expertinnen und Experten haben für spezifische Anforderungen immer die passende Logistik- und Transportlösung parat. So sind selbst 30 Tonnen schwere Spezialkräne keine Schwierigkeit für uns. Auch riesige Hausfertigteile aus Massivholzplatten mit Abmessungen von knapp 14 Metern Länge und etwa drei Metern Breite fahren Bahn. Pro Wagen wird hier nahezu ein gesamtes Haus auf Schiene in skandinavische Länder transportiert. Ein anderes Praxisbeispiel zeigt, dass auch 5,5 tonnenschwere Dampfkessel bzw. elf tonnenschwere Heizkessel mit der Bahn reisen. Für diesen komplexen und über mehrere Tausend Kilometer langen Transport, der über insgesamt sechs Länder nach China führt, mobilisierten wir unser international logistisches Know-how. Selbst ganze Windräder, Turbinen und Maschinen bzw. Teile davon sind als Ladung für die Schiene geeignet. Oder aber auch Langschienen mit einer Abmessung von 120 Metern sind ein Schauspiel und eine Klasse für sich – wir berichteten bereits in einem eigenen Beitrag  darüber. Bevor die Reise all dieser Spezialgüter losgeht, kommt allerdings die alles entscheidende Verladung und Ladegutsicherung. Die Expertinnen und Experten müssen da einen kühlen Kopf bewahren. Denn bei der Verladung ist Millimeterarbeit und höchstes Fingerspitzengefühl gefragt. Entscheidet doch die Verladung über die Sicherheit des gesamten Transportweges sowie über die Leistungsqualität.

Ein Tonnen schwerer Spezialkran wird direkt von der Baustelle zur Bahn transportiert um ihn dann auf ein Schienenfahrzeug zu verladen. © RCG Herbert Rössler

Auch riesige Turbinen fahren Bahn. © RCG Herbert Rössler

Massivholzplatten, die in Summe ein ganzes Haus ergeben, verladen auf einem Güterwagen, sind bereit für ihre Reise in den hohen Norden. © RCG Josef Schadenhofer

Klar im Vorteil

Aber nicht nur in punkto extrem schwerer Lasten, Genehmigungsverfahren, Umwegen, Fahrverboten oder erforderlicher Begleitung ist die Bahn gegenüber dem Lkw im Vorteil, sondern auch in Hinblick auf Nachhaltigkeit. Jährlich befördern wir rund 83 Mio. Tonnen Güter via Schiene in und durch Österreich. Damit ersparen wir der Umwelt 0,9 Mio. Tonnen CO2 – das entspricht einer durchgängigen Lkw-Schlange, die zweimal um die Erde führen würde. Liegen Beförderungsgenehmigungen für einen Bahntransport vor, gibt es fast nichts, was wir nicht transportieren können, Einschränkungen gibt es da kaum.