Katharina Lehmann-Kaschel
ist Kommunikatorin in der Rail Cargo Group
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International

Länderportrait Kasachstan: Handelsknoten inmitten von Naturwundern

Kasachstan ist eines der wichtigsten Transitländer zwischen Europa und Asien. Das Güterverkehrs-Aufkommen steigt rasant. Nicht nur aus diesem Grund streckt die RCG ihre Fühler ebenfalls in das Land im Herzen Eurasiens.

Auf dem internationalen Güterverkehrs-Parkett nimmt Kasachstan eine immer wichtigere Rolle ein. Rund 60 bis 70 Prozent des gesamten Volumens aus China nach Europa werden über Kasachstan befördert. Denn dort gibt es die aktuell schnellsten Routen auf dem Landweg. Auch die Strecke des ersten Chengdu-Wien-Zugs lief über Kasachstan.

Astana (bedeutet “Hauptstadt” auf Kasachisch) ist seit 1997 die Hauptstadt von Kasachstan. (c) Pixabay

Der Kurs im kasachischen Güterverkehr steht auf Wachstum. Auch die staatliche Eisenbahngesellschaft Temir Zholy (KTZ) verzeichnet Zuwächse: Allein im Jahr 2017 ist die Transportleistung um zehn Prozent auf 208,8 Milliarden Tonnenkilometer gestiegen. Dazu hat auch der Transitverkehr mit einem Anstieg um 23 Prozent auf 16 Millionen Tonnen beigetragen. Für 2018 wird weiteres Wachstum erwartet. Begünstigt wird die gute Entwicklung auch mit einer neuen, profitablen Bahnstrecke von China über Kasachstan, Aserbaidschan, Georgien und die Türkei und weiter bis nach Zentraleuropa. Diese Strecke ist noch nicht stark ausgelastet wie die Strecke über die GUS-Staaten, daher auch für uns interessant.

Verbindung zwischen den Kontinenten

Kasachstan möchte zur zentralen Drehscheibe auf dem Landweg zwischen Europa und Asien werden. Die Ausgangslage dafür ist gut. Mitten in Eurasien gelegen verlaufen in Kasachstan die kürzesten und topographisch einfachsten Verbindungen zwischen den Kontinenten. Der Gütertransit soll langfristig zu einem wichtigen Standbein der kasachischen Wirtschaft werden und die Abhängigkeit vom Rohstoffsektor verringern. Die Pläne der kasachischen Politik decken sich dabei mit der „Belt and Road“-Initiative der Regierung in China zur Wiederbelebung der Seidenstraße. Durch die bessere Verkehrsanbindung möchte man zusätzlich den Wirtschaftsraum innerhalb Kasachstans stärken. Dennoch gibt es Herausforderungen: Ein großer Teil der Verkehrsinfrastruktur ist in einem schlechten Zustand und muss saniert werden. Pläne dahingehend gibt es seitens der Regierung bereits.

Die RCG in Kasachstan

Die RCG als internationaler Bahnlogistiker ist bereits mit möglichen Kooperationspartnern vernetzt. Vertreter der RCG und der kasachischen Bahntochter KTZ Express unterzeichneten bereits im Frühling 2018 eine Absichtserklärung zu einer möglichen Zusammenarbeit. Zusätzlich ist eine verstärkte Kooperation mit der Organisation TITR (Trans-Caspian Internation Transport Route) geplant. Hier wird KTZ Express die Operator-Leistungen ab der chinesisch-kasachischen Grenze in Khorgos / Altynkol bis zur ukrainischen-slowakischen Grenze Chop / Dobra organisieren. Ab Dobra übernimmt die RCG und wickelt die Verkehre von und zu den europäischen Destinationen ab. Darüber hinaus entwickeln die RCG und KTZ Express gemeinsam ein Angebot auf der südlichen Seidenstraße – der Route über die Türkei.

Weitere Verkehre

Die RCG wickelt einige weitere Verkehre in Kasachstan ab: In ein bis zwei Rundläufen wöchentlich führt Rail Cargo Operator Züge auf der europäischen Strecke über die Türkei ab der chinesisch / kasachischen Grenze Dostyk bis Duisburg über Dobra. Hier transportieren wir für die staatliche chinesische Logistikplattform Yuxinou Ltd unterschiedliche Waren in offenen Wagen. Zusätzlich führt Rail Cargo Operator – CSKD Züge von Zilina nach Ust-Kammenogorsk in Kasachstan. Befördert werden Auto-Ersatzteile für KIA.

Der Hafen in Aktau

Der Hafen Aktaus liegt an der östlichen Küste des Kaspischen Meeres in Kasachstan. Obwohl der Hafen in Aktau sehr klein ist, wird er eine wichtige Rolle spielen, wenn sich die Route zwischen China und Europa über die Türkei noch stärker entwickelt. Denn die Züge aus China fahren zuerst nach Aktau, dann mit der Fähre nach Baku (Aserbaidschan) und dann weiter per Zug über Tiflis (Georgien) und Kars (Armenien) nach Istanbul (Türkei). Die RCG jedenfalls möchte diese Route mit Partnern der kasachischen, aserbaidschanischen und türkischen Bahn aktiv entwickeln. Denn von Istanbul gelangen die Züge gut nach Budapest und in unser Eigentraktionsnetz.

Das Land in Zentralasien besticht durch zahlreiche Wunder der Natur, faszinierende Plätze und einzigartige Kultur. Nationalparks mit herrlichen Bergen, riesigen Gletschern, wunderschönen Tälern und Seen findet man in Kasachstan genauso wie Städte mit spektakulärer Architektur, modernen Unterhaltungszentren und historischen Sammlungen. Als Transitland wird Kasachstan weiter an Bedeutung gewinnen, der Güterverkehr wird daher zu einem wichtigen Faktor in der kasachischen Wirtschaft werden.

Das Naturreservat Aksu-Jabagly in Kasachstan ist das älteste staatliche Naturschutzgebiet in Mittelasien. (c) Pixabay

Der Tian Shan, ist ein etwa 2450 km langes, etwa 400 km breites und bis 7439 m hohes Hochgebirge in der Großlandschaft Turkestan in Asien. (c) Pixabay

Die Ausläufer des Berges Trans-Ili Alatau in Almaty, der größten Metropole Kasachstans. Die Stadt diente bis 1997 als Hauptstadt des Landes und ist Kasachstans Handels- und Kulturzentrum geblieben. (c) Pixabay

 

Quelle: Germany Trade and Invest – Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing, 16.1.2018; OWC Verlag für Außenwirtschaft. 16.1.2017