Katharina Lehmann-Kaschel
ist Kommunikatorin in der Rail Cargo Group
Alle Artikel lesen

International

Länderportrait Polen: Der Hoffnungsmarkt

In Polen steigt die Bedeutung des Bahnverkehrs, daher wird kräftig investiert. Davon profitiert auch die RCG. Erfahren Sie, welche Logistiklösungen die RCG mit eigenen Gesellschaften vor Ort realisiert.

Polen hat das viertgrößte Eisenbahnnetz Europas. Da es lange Zeit unterfinanziert und vernachlässigt wurde, laufen derzeit große Investitionsprogramme. Rund 9000 km Gleise sollen modernisiert werden, davon 8500 km für Hochgeschwindigkeitszüge adaptiert. Zusätzlich werden Brücken, Tunnels, Weichen und Steuerungszentren auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Denn die Bedeutung des Bahnverkehrs in Polen wächst, auch in der Güterverkehrssparte: Im Jahr 2017 stieg der Schienengüterverkehr um acht Prozent auf 240 Millionen Tonnen. Großes Wachstumspotenzial wird im intermodalen Verkehr gesehen, der mit sechs Prozent verglichen mit westeuropäischen Ländern einen eher niedrigen Anteil am Schienenverkehr hat. 2017 gab es jedoch bereits einen Anstieg von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf knapp 15 Millionen Tonnen. Die RCG ist sowohl im Intermodal- als auch Speditionsbereich stark auf dem polnischen Markt vertreten.

Aufschwung bei Rail Cargo Logistics – Poland (RCL-PL)

Die Rail Cargo Group ist bereits seit 20 Jahren auf dem polnischen Speditions- und Transportmarkt für Endkunden tätig. 2014 wurde die heutige Rail Cargo Logistics – Poland durch Fusion von Express Polska und Express Interfracht – Polska gegründet. Die letzten Jahre waren sehr erfolgreich, 2018 wird mit einer Transportmenge von weit als einer Million Tonnen eine vierfach so hohe Menge als noch vor zwei Jahren erreicht. Rund 30 MitarbeiterInnen fungieren an drei Standorten – Warschau, Bedzin und Malaszewice– als AnsprechpartnerInnen für die Kunden in Polen und organisieren individuelle Logistiklösungen mit europäischer Ausrichtung für die Bergbau- und Stahlindustrie, die Holz- und Papierindustrie, die Agrarindustrie, Mineralöl- und Chemieindustrie sowie die Automotivindustrie und Baubranche. Der direkte Zugang zum internationalen Normal- und Breitspurbahnnetz macht individuelle Komplettlösungen in die GUS-Staaten möglich. Daher wickelt RCL-PL neben Inlandsverkehren auch internationale Verkehre auf verschiedenen Routen in Mitteleuropa, Italien, in die Türkei sowie eben in die GUS-Länder ab. Gemeinsam mit Rail Cargo Logistics – Austria (RCL-AT) organisiert RCL-PL auch Holztransporte mit Schwerpunkt Rundholz. Derzeit sind das zwei bis drei Ganzzüge monatlich sowie Ladungen im Einzelwagenverkehr von diversen Versandstationen in Polen zu unterschiedlichen Empfangsdestinationen in Österreich. Vom Heimmarkt aus gibt es ebenfalls Züge nach Polen: 21.000 Tonnen Papier wurden 2017 auf 400 Wagen im TransFER von Österreich nach Polen befördert.

Hochfrequente Verbindungen von Rail Cargo Operator (RCO)

Rail Cargo Operator realisiert hochfrequente intermodale Langstreckenverbindungen und verknüpft damit die Schiene mit dem Landverkehr und der Seefracht. Rail Cargo Operator – CSKD ist ebenfalls mit einer eigenen Niederlassung in Warschau vor Ort vertreten und bietet Verkehre innerhalb Polens sowie grenzüberschreitend nach Russland, Weißrussland, in die Slowakei, die tschechische Republik und nach Kasachstan. Derzeit fährt ein Zug täglich zwischen Zebrzydowice (Polen) und Kaliningrad (Russland) bzw. Zebrzydowice und Brest (Weißrussland). Befördert werden Teile für den Bereich Automotive.

Polen ist als Wachstumsmarkt für die RCG interessant, nicht zuletzt dadurch, da das Land an der Ostsee am westlichsten Ende der Handelsroute der geplanten neuen Seidenstraße liegt und als Brücke zwischen Ost und West fungieren könnte.

Danzig (c) Pixabay

Lodz (c) Pixabay

Warschau (c) Pixabay

 

Quellen: Switzerland Global Enterprise, 10.7.2018;