Revolution im Güterverkehr: Wir sind Teil des Konsortiums DAC4EU zur Erprobung der Digitalen Automatischen Kupplung (DAK)

13. 08. 2020

Mit der Digitalen Automatischen Kupplung (DAK) bahnt sich eine zukunftsweisende Innovation an. Die neue Technologie schafft die Voraussetzungen für die Automatisierung und Digitalisierung des Schienengüterverkehrs in Europa und gilt als wichtiger Schritt, um dessen Attraktivität und Produktivität zu steigern. Mit Juni 2020 hat das Konsortium seine Arbeit aufgenommen. Bis 2030 sollen Züge in ganz Europa mit der neuen Technologie ausgestattet sein.

Der größte Konkurrent für den Schienengüterverkehr ist die Straße. LKWs belasten die Umwelt zwar um ein Vielfaches mehr, sind dafür aber schneller am Ziel und damit oft kostengünstiger.

Um in Zukunft im Wettbewerb mithalten zu können, muss der Schienengüterverkehr effizienter werden und mehr Services anbieten.

Die DAK liefert dafür die Basis. Denn die rein mechanische Schraubenkupplung, die derzeit im Einsatz ist, ist zeitaufwendig und daher teuer. Außerdem erfordert sie viel körperliche Arbeit und ist für die MitarbeiterInnen nicht ungefährlich.

DAC4EU ist ein Gemeinschaftsprojekt von sechs staatlichen und privaten Güterverkehrsunternehmen, die in den nächsten Jahren die unterschiedlichen Kupplungen testen: Neben der Rail Cargo Group sind die DB Cargo (Deutschland), die SBB Cargo (Schweiz) sowie die Güterwagenhalter und Bahnlogistiker Ermewa, GATX Rail Europe und VTG mit an Bord. Konsortiumsleader ist die DB AG.

Einbau einer DAK der Firma Faiveley Transport in einen Zags Kesselwagen. I Installation of a DAC of the company Faiveley Transport in a Zags tank wagon.
Einbau einer DAK der Firma Faiveley Transport in einen Zags Kesselwagen

Warum braucht es die DAK?

Die Kupplung ist dazu da, um Wagen zu einem Zug zu verbinden. Derzeit müssen Güterwaggons noch per Hand aneinander gekuppelt und kontrolliert werden. In Zukunft sollen die Wagen mit einer Digitalen Automatischen Kupplung miteinander verbunden werden – also einer Mittelpufferkupplung mit einer Luft, Strom- und Datenleitung. Das bedeutet, dass im Vergleich zur reinen Schraubenkupplung der Kupplungsvorgang nicht mehr händisch, sondern weitgehend automatisiert vollzogen wird. Dazu kommt, dass erstmalig eine durchgängige Strom- und Datenverbindung am Wagen sichergestellt wird. Mit der DAK als Enabler schafft die RCG eine Grundlage für automatisierte Betriebsabläufe– beispielsweise eine automatische Bremsprobe oder eine Zugintegritätsprüfung.

Wie sieht der Fahrplan für die nächsten Jahre aus?

Noch bis Anfang 2021 werden unterschiedliche Kupplungen von vier verschiedenen Hersteller getestet. Auf Basis dieser Erfahrungen erstellt das Konsortium eine Entscheidungsgrundlage. Im Anschluss muss sich der europäische Schienengüterverkehr auf ein Kupplungsdesign einigen, das den Anforderungen aller entspricht. Danach wird ein sogenannter „Demonstratorzug“ durch Europa fahren, um mit der favorisierten Kupplung mehr Betriebserfahrung zu sammeln.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) finanziert das Projekt in den nächsten zweieinhalb Jahren mit rund 13 Millionen Euro.

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