Niederlande: Lebensader des Güterstroms

15. 10. 2019

Käse, Tulpen, Holzschuhe und mehr Fahrräder als Einwohner – dafür sind die Niederlande bekannt. Aber wusstest du auch, dass die Niederlande hinter den USA der weltweit zweitgrößte Exporteur von Agrarprodukten sind?

Nicht nur deswegen gewinnen die Niederlande für die ÖBB Rail Cargo Group als Logistikmarkt eine immer wichtigere Bedeutung.

Denn was mit dem Rad nicht befördert werden kann übernimmt der Zug!

Der internationale Handel prägt nicht nur seit jeher die Wirtschaft des Königreichs der Niederlande, vielmehr bildet er eine der Lebensadern. Die Agrarwirtschaft sowie die Nahrungsmittelindustrie zählen zu den bedeutendsten Wirtschaftssektoren.

So kommt es auch, dass die Niederlande weltweit zweitgrößter Exporteur von Agrarprodukten hinter den USA sind. Umso größer ist auch die Bedeutung Niederlands Hafenstadt.

Rotterdam ist nicht nur größter Seehafen Europas, der Hafen ist das Drehkreuz des weltweiten Güterstroms. Von der Innenstadt Rotterdams bis an die Nordsee bei Hoek van Holland erstreckt sich der Hafen auf rund 120 km².

Rotterdam stellt Liniendienste für den Gütertransport von und zu mehr als 1.000 Häfen in aller Welt bereit. Der niederländische Tiefseehafen ist Start und Ziel von mehr als 250 intermodalen Schienenverbindungen pro Woche.

Auch für die ÖBB Rail Cargo Group spielt der Hafen eine essentielle Rolle. Die RCG fährt aktuell vier bis fünf Rundläufe pro Woche zwischen den Terminals Linz / Wien und Wolfurt nach Rotterdam. Über die TransFER-Verbindungen Vienna/Linz–Rotterdam, Wolfurt–Rotterdam und Budapest–Rotterdam beförderte die RCG im Jahr 2018 insgesamt 24.800 Tonnen vom bzw. zum Hafen Rotterdam.

Dabei gehen von Wolfurt vorwiegend Energy Drinks und Beschläge Richtung Niederlande auf Schiene und von bzw. nach Linz werden Stahlcoils und Consumer Goods auf der umweltfreundlichen Schiene transportiert.

Nachhaltigkeit auf See und Schiene

Der Hafen Rotterdam hat sich das ehrgeizige Ziel gesteckt, nachhaltigster Hafen der Welt zu sein und hier eine Vorreiterrolle einzunehmen. Ökologische Modernisierungsprojekte wie die Forcierung nachhaltiger Energieträger aus Wind, Sonne und Biomasse tragen dazu bei. Auch wir haben uns gemeinsam mit den führenden europäischen Güterbahnen das Ziel gesetzt, bis in das Jahr 2030 30 % des Frachtaufkommens auf die umweltfreundliche Schiene zu verlagern.

Gut, dass unser Geschäftsmodell per se schon nachhaltig ist. Der CO2-neutrale Hafen sowie der umweltschonende Güterverkehr der RCG tun somit alles, um ihren Beitrag zum Klimaschutz zu setzen. Nachhaltiger können in die Niederlande keine Güter transportiert werden.

Die Eisenbahn in den Niederlanden

Das Schienennetz der Niederlande hat eine Gesamtlänge von 3.000 km und das dichtest befahrene in Europa. Seit mehr als 20 Jahren ist der Markt für den Schienengüterverkehr liberalisiert. Im Jahr 2016 waren 21 Schienengüterverkehrsunternehmen und acht Personenverkehrsunternehmen auf den Eisenbahnen tätig.

Da die Europäische Kommission die Wettbewerbsfähigkeit fördern möchte, darf ab 2021 jeder Bahnbetreiber den Schienenverkehr auf Regionalstrecken anbieten. Die staatliche Nederlandse Spoorwegen (NS) hat noch bis 2025 eine exklusive Konzession auf dem Hauptschienennetz.