DAK: Frage & Antwort Part IV

13. 07. 2021

Wir haben die wichtigsten Fragen zu den Tests der DAK-Prototypen im vierten Teil unserer Serie für euch im beantwortet.

Wie werden die DAK Prototypen getestet?

Bis Juli 2021 werden im Pilotprojekt des Konsortiums DAC4EU, das vom deutschen BMVI finanziert wird, DAK4-Protoypen von vier verschiedenen Herstellern auf Herz und Nieren getestet, um eine Entscheidungsgrundlage für ein Design zu erstellen. Im Anschluss wird ein sogenannter „Demonstratorzug“ mit allen Kupplungen, die sich in Phase I als betriebssicher erwiesen haben durch Europa fahren. Das „European DAC Delivery Programme“ wurde 2020 ins Leben gerufen, um eine Entscheidung mit allen Stakeholdern zu finden und die Migration auf die DAK im europäischen Schienengüterverkehr zu planen und zu begleiten.

Wie sieht das DAK-Testprozedere aus?

In einem eng getakteten Zeitplan wurden die vier Prototypen 440 Einzeltests unterzogen. Die technischen Anforderungen wurden dabei in verschiedenen Testszenarien erprobt. So wurde zum Beispiel das Verhalten der verschiedenen DAK in Gleisbögen mit unterschiedlichen Radien genauso getestet, wie das Kuppeln bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten und unter verschiedenen Beladezuständen. In einem Geschwindigkeitsbereich von 2 bis 12km/h erfolgen Messungen von auftretenden Kräften ebenso wie Tests zur Entgleisungssicherheit. Nach Abschluss der Tests auf dem Gelände geht es in die Klimakammer um die verschiedenen Prototypen auch auf extreme Witterungsbedingungen (-40C bis +45C) zu prüfen. 

Was ist für den Demonstratorzug des DAC4EU-Konsortium weiter geplant?

Im August startet der Demonstratorzug in Mannheim und fährt ab dann verschiedene Verschiebebahnhöfe in Deutschland, Schweiz und Österreich an, um betriebliche Prozesse in unterschiedlichen Umgebungen zu testen. Die Wagen werden dabei zum Beispiel mehrfach über den Ablaufberg gedrückt, in der Ebene verschoben oder abgestoßen. Auf Streckenfahrten werden Messungen zur Strom- und Datenübertragung gesammelt.

DAC4EU - Kupplungstests

Was ist das European DAC Delivery Programme (EDDP)? 

Nach Abschluss der Tests werden die Testergebnisse ein wesentlicher Bestandteil der Entscheidung sein, welches DAK-Design für den Rollout in Europa ausgewählt wird. Diese Entscheidung soll auf europäischer Ebene im Rahmen des Shift2Rail-European DAC Delivery Programme getroffen werden. Weiters werden in mehreren Arbeitspaketen technische und betriebliche Spezifikationen formuliert, Migrationsszenarien evaluiert, der Einfluss auf die Infrastrukturen ermittelt, mögliche Automatisierungskomponenten untersucht und die Kosten und Fördermöglichkeiten berechnet. Bis 2030 sollen Güterwagen in ganz Europa mit der neuen Technologie ausgestattet sein und damit den Schienengüterverkehr in Europa revolutionieren.

Das Konsortium DAC4EU, bestehend aus dem Konsortiumsleader DB AG, den Güterbahnen ÖBB Rail Cargo Group, DB Cargo und SBB Cargo sowie den Wagenhaltern Ermewa, GATX Rail Europe und VTG, setzt sich dafür ein, Züge in ganz Europa mit der Digitalen Automatischen Kupplung auszustatten. Mit Juni 2020 hat das Konsortium seine Arbeit aufgenommen. Bis 2030 sollen Züge in ganz Europa mit der neuen Technologie ausgestattet sein und dazu beitragen, dass der Schienengüterverkehr eine wesentliche Rolle im europäischen Mobilitätssystem der Zukunft spielt. Das deutsche Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) finanziert das Projekt in der Projektlaufzeit von zweieinhalb Jahren mit rund 13 Millionen Euro.

Das Österreichische Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) fördert das Projekt TARO, in welchem auch Themen zur DAK bearbeitet werden mit insgesamt 3,5 Mio. EUR aus dem FTI-Programm Mobilität der Zukunft, welches von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) abgewickelt werden. 

Im nächsten Teil erfahrt ihr mehr über die nächsten Schritte zur Einführung der DAK!