Historische Entwicklung und andere Bremsmethoden
Früher wurden Hemmschuhe nicht nur bei der Eisenbahn, sondern auch bei Fuhrwerken mit Pferden auf Gefällestrecken benutzt. Der Grund: Die Bremswirkung der Schleifbremsen war oft unzureichend. Deshalb legten Kutscher einen Hemmschuh vor das rechte Hinterrad, um das Gespann zu bremsen. Das rechte Hinterrad rutschte dann über den Weg. Später wurden moderne Bremsen und Reifen mit Gummi verwendet. Dann brauchte man keine Hemmschuhe mehr.
Passform entscheidend
Was macht einen guten Hemmschuh aus? Auch hier ist die Passform entscheidend: Seine Unterseite muss genau auf das Profil der Schiene passen, denn ein zu breiter Hemmschuh neigt zum Verkanten. Für verschiedene Schienenprofile kommen daher verschiedene Typen des Hemmschuhs zum Einsatz. Seit einigen Jahren setzen die ÖBB auf einen neuartigen Hemmschuh, der von einem Mitarbeiter entwickeltet wurde: Er weist reflektierende Einheiten auf, was die Sichtbarkeit erhöht.
Auflegen will gelernt sein
Beim Verschub wird der Hemmschuh vor dem heranrollenden Wagen auf eine Schiene des Gleises ausgelegt: Und zwar in der richtigen Entfernung vor der Stelle, wo der Wagen zum Stillstand kommen soll. Um den Bremsweg gut abschätzen zu können, braucht es also viel Erfahrung und Gefühl. Das Rad des Wagens rollt dann über die Zunge auf die Sohle und stößt an den Bock mit der darauf auswechselbar befestigten Kappe. Das Rad soll sich auf der Hemmschuhsohle weiterdrehen – je mehr es sich dreht, desto besser die Bremswirkung, die auf die Reibung zurückzuführen ist. Die Bremswirkung mit zwei Hemmschuhen ist deutlich geringer, weshalb in der Regel nur auf einer Seite ein Schuh aufgelegt wird. Hemmschuhe kommen auch zum Einsatz, um bereits abgestellte Wagen oder Wagengruppen gegen Entrollen zu sichern. Wichtig ist auch, dass die Vorrichtung nach ihrem Einsatz entfernt wird, da es sonst leichter zu Entgleisungen kommen kann.
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