DAK: Ein Blick aufs Testgelände

25. 02. 2021

Die Digitale Automatische Kupplung (DAK) wird den Schienengüterverkehr in Europa revolutionieren. Neue Videos des Konsortiums DAC4EU geben Einblicke in das Testprogramm, das derzeit über die Bühne geht.

Die Digitale Automatische Kupplung ist ein Meilenstein, um den Schienengüterverkehr in Europa wettbewerbsfähiger zu machen: Sie sorgt nicht nur dafür, dass das Kuppeln einfacher und sicherer wird, sondern auch effizienter.

Europa ist der letzte Kontinent, der noch kein automatisches Kupplungssystem nutzt. Allerdings soll es der erste Kontinent mit einem Digitalen Automatischen Kupplungssystem werden: Als Teil des Konsortiums DAC4EU setzen wir uns dafür ein, bis 2030 Züge in ganz Europa mit der Digitalen Automatischen Kupplung auszustatten. Derzeit befinden wir uns in der Testphase der verschiedenen Prototypen, dessen Testergebnisse einen Beitrag für eine spätere Entscheidungsfindung auf europäischer Ebene leisten soll.

Ein Blick hinter die Kulissen

Seit Oktober 2020 läuft die Testphase, bei der vier Prototypen der DAK von vier verschiedenen Herstellern auf Herz und Nieren erprobt werden.

Hier ein Einblick:  

In einem eng getakteten Zeitplan müssen die vier Designs ihre Praxistauglichkeit unter verschiedenen Bedingungen beweisen. So wird zum Beispiel das Verhalten der verschiedenen DAK in Gleisbögen mit unterschiedlichen Gleisradien getestet, aber auch das Kuppeln bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten und unter verschiedenen Beladezuständen.

Nach ersten Kuppel- und Schiebeversuchen am Testgelände in Görlitz, Deutschland sind die Wagen nun im deutschen Minden in der Klimakammer, wo das Verhalten bei extremen Temperaturen getestet wird:

Die Tests sollen eine Entscheidungsgrundlage für die Auswahl eines DAK-Designs  durch das European DAC Delivery Programme (EDDP) unter dem Dach von Shift2Rail liefern. Nach der Auswahlentscheidung wird ein sogenannter Demonstratorzug durch Europa fahren, um mit der favorisierten Kupplung mehr Betriebserfahrung zu sammeln.

Über den Nutzen und das Potenzial der DAK informieren wir euch in unserer Serie DAK-FAQs.

 

Das europäische Konsortium DAC4EU

Das Konsortium DAC4EU, bestehend aus dem Konsortialführer DB AG, den Güterbahnen ÖBB Rail Cargo Group, DB Cargo und SBB Cargo sowie den Wagenhaltern Ermewa, GATX Rail Europe und VTG, setzt sich dafür ein, Züge in ganz Europa mit der Digitalen Automatischen Kupplung auszustatten. Mit Juni 2020 hat das Konsortium seine Arbeit aufgenommen. Bis 2030 sollen Züge in ganz Europa mit der neuen Technologie ausgestattet sein und dazu beitragen, dass der Schienengüterverkehr eine wesentliche Rolle im europäischen Mobilitätssystem der Zukunft spielt. Das deutsche Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) finanziert das Projekt in der Projektlaufzeit von zweieinhalb Jahren mit rund 13 Millionen Euro.

Im Zuge des Förderprojekts TARO - welches vom Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gefördert wird - beschäftigt sich die RCG mit Prozessen um „DAK ready“ zu werden.“